Mittwoch, 15.01.2025

VINTAGE, OIDA

Stell dir vor, du fragst jemanden nach der Marke eines T-Shirts, das dir so richtig gut gefällt und welches du dir vielleicht auch nachkaufen willst. Und statt der zu erwartenden Antwort, dass dieses vermeintlich neue Leibchen in einem gängigen Modegeschäft zu bekommen sei, schießt dir der Satz „Das ist Vintage, sorry“ entgegen. Tatsächlich scheint dieser Trend von gebrauchter Kleidung heutzutage vor allem in Städten einen immer wichtigeren Platz im Fashionbereich einzunehmen. Dies  lässt die Beliebtheit  von Fast Fashion Marken wie H&M bei jungen Menschen abebben.

Was genau heißt Vintage?

Doch für viele ist der Umschwung von Fast Fashion zu „Vintage“ Kleidung in einer derartigen Geschwindigkeit geschehen, dass sich viele Menschen noch immer wundern, was der Hype eigentlich auf sich hat. Und überhaupt, seit wann ist unsere Mode so grundlegend auf „Second-Hand“ Kleidung fokussiert?

Genaugenommen gibt es Second-Hand Kleidung schon immer, nämlich bereits seit dem Mittelalter, doch wirklich durchgesetzt hat sich die Mode aus zweiter Hand, sprich die Mode eines alten Besitzers, schließlich in den 1980er Jahren. Eigentlich sollten Gebrauchtwarengeschäfte den Zweck haben, Kleidung, die noch in Ordnung ist, vor dem Wegschmeißen zu bewahren und so billiger an bedürftige Menschen zu verkaufen. Die Aufruhr zu „vintage clothes“ gibt es allerdings erst seit kurzem, genau so wie den Begriff  „Vintage“, der sich vor allem auf Stilrichtungen von Kleidung zu bestimmten Zeiten bezieht.

Wenn man  heute einen Blick auf das Angebot in vielen Geschäften wirft, erkennt man recht schnell, dass sich vieles aus bereits vergangenen Modezeiten noch einmal als aktuell erweist. Plötzlich wollen alle wieder Schlaghosen und große Lederjacken tragen. Den Satz „Das hab ich damals vor 30 Jahren während meiner Jugend getragen“, geben einem die Eltern auch nicht selten als Kommentar mit.

So hat sich scheinbar unbemerkt aus dem Samstags-Nachmittagsshoppen auf der Mariahilfer Straße ein wöchentlicher Besuch beim Flohmarkt für Vintage Kleidung komplett neu definiert.

Man sollte sich ja eigentlich über so eine Veränderung freuen. Dass Fast Fashion nicht „nur untrendy“, sondern auch drastisch für unsere Umwelt ist, ist kein Geheimnis. Konzerne, die dem Fast Fashion Konzept folgen, produzieren in der Regel schnell billige Mode, die den neuesten Trends und Looks entsprechen und somit erfolgreicher bei den Konsumenten anschlagen sollen. Mit diesem stark gewinnorientierten Prinzip sind Nebeneffekte wie unterbezahlte Arbeiter:innen sowie schlechte Arbeitsbedingungen leider Alltag in von den Modekonzernen ausgebeuteten Entwicklungsländern. Und das Sahnehäubchen bei solchen Massenproduktionen? Tonnen von weggeschmissener Kleidung, nachdem diese als „out“ gilt und dadurch Unmengen von vergeudeten Ressourcen. Allein das Herstellen einer herkömmlichen Jeans braucht ca. 8.000 Liter Wasser. In vielen Ländern der Produktionsstätten ist das Wasser ohnehin schon knapp, und trotzdem werden etwa riesige Teile der Flüsse in die Baumwollfelder zur Bewässerung abgeleitet. Ein trauriges Beispiel: Der Aralsee, ehemals viertgrößter Binnensee der Welt, ist durch dessen Zuflussreduktion heute fast vollkommen ausgetrocknet.

Dementsprechend hofft man nun auf einen Wandel der Gesellschaft hinsichtlich des Kaufes von Fast Fashion zu Vintage Kleidung. Außer Frage steht natürlich, dass beim Konsum von gebrauchter Ware Ressourcen wie Wasser und Baumwolle gespart werden, und verhindert wird, dass giftige Chemikalien durch die Produktion von Billig-Mode in Flüssen freigesetzt werden.

Vintage ist aber nicht gleich Second-Hand. Während Second-Hand Gewand immer einen Vorbesitzer hatte, kann das auf Vintage auch zutreffen; das Teil kann aber auch unbenutzt sein. Demnach ergibt sich als einziges Kriterium das Alter des Kleidungsstücks, sprich aus welcher Dekade es stammt. Auf ein Manko muss man allerdings achten: Jegliche Kleidung, die man als Retro bezeichnet, kopiert und ahmt den Look eines anderen Jahrzehntes nach, wird aber vollkommen neuwertig produziert.

Wo finde ich also echte und authentische Second-Hand Kleidung? In Wien gibt es zum Glück eine Reihe von Möglichkeiten, Flohmärkte oder Second-Hand Läden zu besuchen.

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