Too bee or not to bee
Bereits vor 90 Millionen Jahren bestäubten Bienen (lat. Apis)
verschiedenste Pflanzen. Doch die Frage ist: Wie lange noch?
Auch wenn eine Durchschnittsbiene nur wenige Wochen lang überlebt, existiert ihre Art schon deutlich länger. Ihr Ursprung war angeblich schon Mitte der Kreidezeit, also vor ca. 100 Millionen Jahren. Im Vergleich: der Mensch, und hier reden wir nicht vom Homo sapiens sapiens, sondern vom Homo rudolfensis, tauchte erstmals vor 2,5 Mio. Jahren auf. Es handelt sich demnach um einen Unterschied von 97,5 Millionen Jahre!
Hälfte der Arten bedroht
Doch der Bienenbestand befindet sich bereits im Sturzflug. In Österreich gibt es rund 700 verschiedene Wildbienenarten, doch etwa die Hälfte ist vom Aussterben bedroht. Die Artenvielfalt hat in den letzten Jahren immer schneller abgenommen. Schätzungen besagen, dass täglich sogar 130-150 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Außerdem sind von geschätzten 8 Millionen Tier- und Pflanzenarten ganze 1 Millionen vom Aussterben bedroht. Eine viel zu große Zahl, als dass es eine evolutionäre Erklärung dafür geben könnte. Aus diesem Grund feiern wir seit 2018 am 20. Mai den Weltbienentag. Dieser Tag war einst der Geburtstag von Anton Janša, einem der ersten Lehrer für Bienenzucht. Am Weltbienentag wird auf Bienen und ihre Bedeutung für die Umwelt sowie für die menschliche Ernährung aufmerksam gemacht.
Gründe fürs Bienensterben
Das weltweite Bienensterben hat viele verschiedene Gründe: Monokulturen, Pestizide, Klimawandel, Krankheitserreger und, nicht zu vergessen, die Zerstörung von Lebensraum und Nahrungsgrundlagen. Aufgrund der vielen Düngemitteln, die von Bauern und Bäuerinnen eingesetzt werden, wächst auf vielen Weiden nur eine begrenzte Anzahl an verschiedenen Pflanzen. Das stellt ein Problem dar, weil viele Insekten nur eine bestimmte Pflanze anfliegen, um sie zu bestäuben. Nimmt der Bestand dieser Pflanze ab oder sie stirbt sogar ganz aus, stirbt auch die Insektenart. In manchen Teilen von China und Japan ist die Bienenpopulation schon so weit zurückgegangen, dass es nicht mehr genügend natürliche Bestäuber gibt. So müssen die Pflanzen jetzt anderweitig bestäubt werden. Eine Methode, die unter anderem in Japan verwendet wird, ist die Handbestäubung. Bei dieser Art, man mag es kaum glauben, gehen tatsächlich Menschen von Blüte zu Blüte mit einem Pinsel und bestäuben sie so.
Ein anderes großes Problem sind die Varroa-Milben. Sie wurden 1985 in Österreich entdeckt, doch sie sind weltweit ein großes Problem für Bienenvölker. Die Milben befallen Bienenvölker und ernähren sich von deren Hämolymphe, dem Insektenblut. So übertragen sie Krankheiten und schwächen die Insekten. Die Varroa-Milben dringen allerdings auch in die Brutzellen der Bienen und nutzen die Bienenlarven als Wirt. Die Bienenlarven werden enorm geschwächt, können sich infolgedessen nicht vollständig entwickeln und schlüpfen oft schon verkrüppelt.
Wie man Bienen helfen kann
Doch was kann man selbst machen, um Bienen zu helfen? Speziell Gartenbesitzer*innen können einiges bewirken. Ein naturnaher, bienenfreundlicher Garten bietet Nahrung und Unterschlupf für eine Vielzahl an Insekten. Doch nicht alles, was blüht, bietet Nahrung für Bienen. Hier ist es sinnvoll bienenfreundliche Blumen, wie Lavendel, der reich an Nektar und Pollen ist, zu pflanzen. Eine andere Möglichkeit zu helfen sind Nistmöglichkeiten für Bienen, wie ein Bienenhotel, um den Tieren Unterschlupf und Brutplätze zu gewähren. Derartiges ist um wenige Euro bei Garten- und Baumärkten erhältlich oder kann ganz einfach selbst gebaut werden.