Klimaschützer im Fadenkreuz
Weltweite Morde an Aktivist:innen, die sich für die Umwelt einsetzen
In den vergangenen 10 Jahren wurden weltweit 1.744 Aktivist:innen, die sich für das Klima einsetzten, getötet. Im Jahr 2022 sollen es laut Angaben der Organisation World Witness 200 Tote gewesen sein. Viele dieser Fälle sind bis heute unaufgeklärt. In Mexiko gab es dieses Jahr mit 54 Tötungen die meisten Morde. Auf der ganzen Welt sterben immer wieder Umweltschützer:innen. Die Aktivist:innen versuchen gegen Energieprojekte, Rodungen etc. vorzugehen. Ganze 40 Prozent der Opfer sind Teil der indigenen Bevölkerung, und das, obwohl die indigene Bevölkerung nur 5 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Verantwortlich für diese Morde sind oftmals Drogenkartelle, Unternehmen oder auch korrupte Regierungen, die Geld mit der Branche machen, gegen die die Klimaschützer auftreten.
Ein Beispiel für diese Morde ist der Aktivist Óscar Eyraud Adams, der am 24. September 2020 vor seinem Haus im Norden Mexikos erschossen wurde. Bekannt war Adams dafür, sich für Wasserrechte einzusetzen, da seine eigene Ernte aufgrund der Umleitung der Wasserquelle seiner Gemeinde vernichtet wurde. Seine Mörder wurden bis heute nicht gefasst. Eine weitere Umweltschützerin, die ihr Leben lassen musste, ist Macarena Valdes die am 22. August 2016 verstarb. Sie hatte sich gegen ein Energieunternehmen gestellt, das am Tranguil-Fluss ein Wasserkraftwerk erbauen ließ. Angeblich mit negativen Folgen für die Umwelt. Auch ein Maschinenraum, wurde direkt auf dem Friedhof des indigenen Volkes errichtet. Daraufhin blockierten 150 Leute die Straßen, und es kam zu einem Baustopp von 13 Stunden. Frau Valdes engagiert sich für ihre Gemeinde und die Umwelt. Auch ihr Tod ist bis heute icht naufgeklärt, da dieser vorerst als Selbstmord verbucht wurde.
Doch nach genaueren Untersuchungen stellte sich die Selbstmordvariante als nicht haltbar heraus, somit ist auch ihr Tod bis heute unaufgeklärt.
Keine Einzelfälle. Der Rekord für die meisten Morde an Umweltschützer:innen wurde im Jahr 2020 aufgestellt: In dem Jahr wurde 227 Menschen getötet, was mehr als 4 Tote pro Woche sind, die meisten Morde davon standen in Verbindung mit Bergbau, Landwirtschaft und Wirtschaft. Und dies sind nur die offiziellen, bekannten Zahlen, man glaubt, die Dunkelziffer und die Zahl der Verschwundenen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr am Leben sind, liegt um einiges höher. Experten:innen fordern nun, dass für einen größeren Schutz von Aktivist:innen gesorgt wird. Ein Beispiel dafür ist die Anwältin Hernández, die fordert, dass die Regierung Mexikos, die Gewalttaten strenger bestrafen muss und konsequenter Täter verfolgen sollte. Auch eine Aktivistin von Samos Defensores weist darauf hin, dass man sich stets bewusst machen sollte, dass Bergbau, Landwirtschaft und Abholzung in Lateinamerika Hand in Hand mit Gewalt gehen.
Eine Sprecherin von World Witness dazu: „Umweltschützer spielen eine entscheidende Rolle als erste Verteidigungslinie gegen den ökologischen Kollaps, werden aber selbst angegriffen und sind Gewalt, Kriminalisierung und Schikanen von repressiven Regierungen und Unternehmen ausgesetzt, denen Profit wichtiger als Menschen und Umwelt ist.“ In einer Studie von „Germanwatch“ und „Misereor“ zur globalen Energiewende, die sich auf Daten von 30 Deutschen Firmen bezog, stellte sich heraus, dass all diese die Menschenrechte zwar nicht direkt verletzen, aber durch Projekte, an denen sie auf unterschiedlichste Art beteiligt sind, das doch passiert. Es heißt aber auch, dass zehn dieser Firmen die Menschenrechte komplett missachtet hätten.